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Montag, 28 Mai 2018
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Nachschlagewerk zum Thema Videoproduktion

wikiIch pflege einen offenen Umgang mit meinen Kunden und bin gern bereit mein Wissen weiterzugeben. Hier versuche ich Fragen zu beantworten und Informationen zum Thema Videoproduktion zu sammeln.
Ich gehe davon aus, dass die Zusammenarbeit mit informierten Kunden wesentlich einfacher ist.

Fotografie und Film haben sich seit der Digitalisierung technisch angenähert: Videokameras können fotografieren und Fotoapparate filmen. Es lohnt sich also in beiden Bereichen zu stöbern.

Fragen können an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gestellt werden. Ich werde versuchen, sie hier zu beantworten.

PS
Diese Seite ist im Aufbau und wird naturgemäß immer eine Baustelle bleiben.

Kompression (MBit)

Eigentlich ist es ganz einfach: Je höher die Datenmenge, je besser das Bild. Leider aber auch: Je höher die Datenrate, je geringer die Aufnahmezeit, je aufwändiger die Nachbearbeitung. Ich kaufe dann lieber eine Speicherkarte mehr und nutze einen schnelleren Rechner, denn Qualität geht bei mir vor.

fps (Bilder pro Sekunde)

Wie schon bei den Fernsehsystemen beschrieben, sind die fps zum einen vom Fernsehsystem abhängig, zum anderen vom Gerät. Und hier gibt es noch andere Frameraten: 24 fps für Kinofilme, 12 fps bei Billiggeräten oder 120 fps bei ActionCams. Wichtig ist es, bei einem Projekt nie die Framerate zu wechseln. Wenn das geschieht, muss das Schnittprogramm Bilder weglassen, welche erfinden oder sich neue errechnen. Das führt immer zu einem schlechteren Ergebnis, manchmal zu Geisterbildern. Meist reichen 25/30 fps für einen flüssigen Film aus. ARD und ZDF haben in Tests festgestellt, dass 50/60 fps vom Zuschauer als angenehmer empfunden werden.

Fernsehsysteme: PAL / NTSC / Secam

PAL ist das in Europa übliche Fernsehformat. Es arbeitet mit 25 bzw. 50 Bildern / Sekunde. Eigentlich ist Interlace ein Bestandteil von PAL, nur wird dies von modernen Geräten ignoriert und das ist auch gut so. Secam ist eine PAL-Variante und bei der Aufzeichnung gleich. Der Unterschied liegt im Sendebetrieb, was für den Kameramann uninteressant ist.
NTSC wird z.B. in den USA genutzt und arbeitet mit  29,97 fps. Viele Geräte aus der NTSC-Welt arbeiten aber mit 30 bzw. 60 Bildern / Sekunde. NTSC hat schon immer in ganzen Bildern (p-Format) aufgenommen. Smartphones z.B. nutzen auch in Europa das NTSC System und moderne Flatscreens können alles wiedergeben. Nur europäische DVD-Player und alte Fernseher haben mit NTSC Probleme.

Interlace

Interlace ist ein Verfahren, das mit dem PAL-Fernsehen für Röhrengeräte entwickelt wurde und dort auch Sinn machte. Moderne Fernseher und Computer können diese Einstellung nicht wiedergeben. Sie versuchen den "Fehler" zu kompensieren. Die Kathodenstrahlröhre des Röhrenfernsehers hat das Bild zeilenweise auf die Mattscheibe geschrieben, zuerst die geraden Zeilen 2,4,6, ... und hat  oben neu mit den ungeraden Zeilen 1,3,5, ... weitergemacht. Da sich das Motiv in dieser Zeit oftmals bewegt hat, zeigen Flatscreens zwei zeitversetzte Bilder gleichzeitig, bzw. versuchen das herauszurechnen.  Bei einem fliegenden Ball wird sich so ein Sägezahnmuster an den Kanten bilden, da der Ball im 2. Bild schon weitergeflogen ist. Viele Kameras verwenden diese Einstellung vollkommen sinnfrei auch im HD Modus. Mein Rat: Finger weg von i-Formaten. Nutzen Sie immer p-Formate mit ganzen Bildern.
Interlace wird es in zukünftigen Fernsehnormen nicht mehr geben. Wer damit filmt, produziert unter Umständen Datenmüll oder muss alles konvertieren

Auflösung

4K ist die maximale heute übliche Auflösung. Meine Kamera kann das. Leider gibt es, abgesehen von Kinoproduktionen, kaum jemanden, der diese Auflösung wiedergeben kann. Trotzdem haben 4K Aufzeichnungen ihre Berechtigung, da man am Schnittplatz ohne Verlust in der Auflösung einen Auschnitt des 4K-Bildes nutzen kann, so z.B. nachträglich einen Schwenk aus einem Standbild errechnen
1080 oder auch 1920 bezeichnen Full-HD. Es ist die bestmögliche Auflösung für die meisten Flachbildschirme und trotzem muss es nicht das optimale Format sein (siehe Kompression, Interlace und fps).Ich arbeite oft noch in der Auflösung 720 bzw. 1280. Dieses Format wird auch von ARD und ZDF bevorzugt.
SD (Standart Definition) ist das alte Format für Röhrenfernseher. Es besteht aus 720x576 Pixeln und kann im Seitenverhältinis 3:4 oder 16:9 genutzt werden. Diese Einstellung ist heute veraltet.

Farbtiefe

4:2:0 ist das gebräuchliche System für "normale" Kameras. Dies wird auch von der BlueRay genutzt. Mit dieser Einstellung lassen sich nur 256 Farben abbilden. Da das Filmbild in Bewegung ist, realisiert der Zuschauer die eigentlich unzureichende Farbtiefe nicht. Bei einfachen Kameras lässt sich dies nicht verstellen. Ich filme meist mit der Einstellung 4:2:2. Damit werden einige tausend Farben unterschieden, was besonders in der Farbkorrektur am Schnittplatz von Vorteil ist. Sehr teure Profisysteme arbeiten mit 4:4:4. Das sind Aufzeichnungen in TrueColor. Technisch gesehen, ist dies die bestmögliche Farbwiedergabe. Natürlich benötigt man dafür sehr viel Speicherplatz und derzeit kann kaum ein Gerät diese Qualität wiedergeben. Am Schnittplatz wird das Material fast immer auf 4:2:2 oder 4:2:0 heruntergerechnet.

Kompressionssystem

Die meisten Amateurgeräte verwenden AVCHD. Oft lässt sich das überhaupt nicht verstellen. Bei Profikameras gibt es auch andere Systeme. Ich verwende meist XAVC. Dieses Format wird man nur selten in preiswerten Kameras finden. Ältere Geräte verwenden auch AVC, DV oder DVcam. Diese Kompressionen wurden für niedrige Auflösungen konzipiert.

Welches Videoformat soll ich einstellen?

Das kommt darauf an, was ich mit dem Film machen will und es gibt verschiedene Parameter, die eingestellt werden müssen.

  1. Das Kompressionssystem
  2. Die Farbtiefe
  3. Die Auflösung
  4. Interlace
  5. Fernsehsysteme: PAL / NTSC / Secam
  6. fps (Bilder pro Sekunde)
  7. Kompression (MBit)

Zusammenfassung:
Alle genannten Punkte spielen ineinander. ARD und ZDF haben getestet, dass Zuschauer Filme mit 50 fps als angenehmer empfinden. Ich habe festgestellt, dass dieses Format sehr gut in PowerPoint funktioniert. Premiere sendet immer noch im i-Format, obwohl es technisch vollkommen überholt ist. Vieles ist also Ansichtssache.
Ich nutze immer die höchst mögliche Datenrate, meist 50 Mbit/sec und das Bildformat von ARD und ZDF 720 50p, was gelegentlich auch 1080 50p genannt wird. Bei der Farbtiefe wähle ich 4:2:2, da ich die Farben oft in der Nachbearbeitung korrigiere. Das Endprodukt hat meist Datenraten zwischen 10 und 20 MBit und eine 4:2.0 Farbtiefe, denn es bringt nichts, die bestmögliche Qualität an den Kunden auszuliefern, wenn sein PC die nicht wiedergeben kann. Wenn dem Film Standbilder, z.B. für den Druck, entnommen werden sollen, wähle ich auch höhere Auflösungen aus.

Wenn ich meine Aufnahmen mit angeliefertem Material mischen soll, nehme ich immer die fps des angelieferten Materials oder ein Vielfaches davon.

Was unterscheidet eine Amateur- von einer Profikamera?

Die Bildqualität der Amateurkameras hat sich denen der Profigeräte angenähert. In Teilen sind viele Kameras oft baugleich.

Die Einstellmöglichkeiten der Profikameras sind aber ungleich komplexer und alles Wichtige ist schnell zu erreichen. Das sind Funktionen, die die Bildqualität erheblich beeinflussen und vom normalen Anwender nie genutzt werden, z.B. Schärfe, Blende, Weißabgleich, Shutter, Zebra, Gain, Farbtemperatur ...

Zudem besitzt eine Profikamera Anschlüsse für professionelle Mikrofone, also XLR-Anschlüsse. Amateurgeräte haben meist keine oder Klinken-Anschlüsse.

Einige Profigeräte haben manuelle Objektive, da viele Kameraleute das gewohnt sind. Der Trend geht aber zu halbautomatischen Linsen. Bei meiner Sony PXW-X70 kann ich einstellen, was ich am Objektiv manuell verstellen will. Sie ist also ein Kompromiss zwischen beiden Lagern.

Die Chipgröße hat Einfluss auf die Schärfentiefe (Tiefenschärfe). Je größer der Chip, je geringer die Schärfentiefe. Amateurkameras haben meist kleine Chips. Der Vorteil: Alles auf dem Bild ist scharf, auch wenn die Schärfe einmal nicht richtig eingestellt wurde. Der Nachteil: Das Freistellen einer Person, eines Objektes vor einem unscharfen Hintergrund ist kaum möglich. Das ist aber eine Gestaltungsmöglichkeit, von der Professionelle gern Gebrauch machen.